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Motorpsycho am 21.05.2014 im Schlachthof Bremen

Foto: Django
Foto: V. Kulisch ( Django )
Foto: Django
Foto: Django

25 Jahre progressiver innovativer und absolut genialer Rockgeschichte!

Sie gründeten sich als Hard-Rock Band, doch was sich daraus entwickelte schreibt seit nunmehr 25 Jahren Musikgeschichte. Eine Band, die sich nie in zu eng geschnürte Korsetts der Musikindustrie schnüren lies und immer ihrem eigenen Weg gefolgt ist, dessen Belag offensichtlich nicht mit  Schotter, sondern mit Brillanten und Diamanten musikalischer Genialität gepflastert wurde.

Im Interview sitzen mir Hans und Bent gegenüber, zwei Musiker, die auf den ersten Blick an zwei Überbleibsel aus den frühen 70ern erinnern, als die Eltern noch marodierend auf einen vernünftigen Kurzhaarschnitt plädierten, wenn man die Füße noch langfristiger unter den heimischen Esstisch platzieren wollte. Und im selben Moment ist man froh darüber, dass diese Norweger ihren Willen durchgesetzt haben und ihren eigenen Weg gegangen sind.

Dennoch sind sie keine abgeranzten Rock´n Roll Freaks, sondern hochgradig geniale Musiker, die Musik jenseits jeglicher Konventionen kreieren, welche so charismatisch fesselnd ist, dass man fast wie paralysiert jeden Ton in sich aufsaugen möchte.

Es ist definitiv nicht meine Lieblingsmusik, denn sie ist anstrengend und kompliziert, aber gleichwohl ergreifend und faszinierend.

Aber von Anfang an...

Foto: V. Kulisch (Django)

Der Schlachthof in Bremen ist das größte Kulturzentrum der Stadt und wohl auch im weiteren Umkreis und das Konzert von Motorpsycho findet dort im sogenannten Kesselhaus statt, einem recht großem Saal mit Tribüne und Balkon und einer breiten Bühne, wo eine Rockband dieser Art sich definitiv wohl fühlen kann. Technisch recht gut ausgestattet begeistert diese Location grade zu Beginn dieses Konzertes durch eine nahezu perfekte Akustik, denn Motorpsycho spielen die ersten vier Songs auf Akustikgitarren begleitet von Kenneth – dem Schlagzeuger – welcher hier aber die Keys zum klingen bringt. Wir sind doch recht beeindruckt, dass die Norweger, welche sich im progressiven Retro-Rock mit Jazzeinflüssen bewegen; was nicht unbedingt zu den populärsten Musikrichtungen zählt; es an einem 30 Grad heißen Mittwochabend schaffen fast 700 Gäste in den Schlachthof zu locken. Doch das Kesselhaus ist extrem gut gefüllt und hier sind wirklich Fans vor Ort, denn bei fast jedem Song geht bereits bei den ersten zwei bis drei angespielten Noten ein ohrenbetäubender Jubel durch die Halle und rund um uns herum werden die Textpassagen voller Leidenschaft mitgesungen.

Foto:Django
Foto: Django

Richtig atemberaubend wird es allerdings, als sie zu den elektrisch verstärkten Saiten greifen, denn die nonverbale Kommunikation zwischen Bent und Hans auf der Bühne hat schon etwas magisches an sich. Immer wieder verlässt Hans das ursprüngliche Konstrukt der einzelnen Songs und improvisiert und kreiert neue Passagen, die sich trotz ihrer Gegenläufigkeit perfekt in die Harmonie des Ganzen einfügen. Ebenso brillant agiert Kenneth am leuchtend weißen Schlagwerk. Er fusioniert trotz seines doch noch recht jungen Alters Rock- und Jazzelemente mit so einer Leichtigkeit, dass selbst alte Hasen am Schlagzeug den Hut ziehen müssen. Und wenn sich jemand fragen sollte, warum manche Songs an die 30 Minuten lang sind, der möge sich diese Ausnahmeband zu Gemüte führen, denn wenn man Hell 1-7 live erlebt hat, stellt man sich diese Frage nie wieder! Gerade dieser Song ist monumental und nimmt jeden Einzelnen mit auf seine ganz persönliche Reise, die sich bis zur Extase steigert um dann ganz sanft im Nebel wieder zu zerfließen.

Foto: Django
Foto: Django
Foto: Django
 

Ich müsste ein Buch schreiben um die ganzen beeindruckenden musikalischen Momente zu beschreiben, denn nicht nur die Musik ist einzigartig, auch die Länge des Konzertes lässt niemanden unbefriedigt zurück. Über zweieinhalb Stunden entführen die vier Norweger ihre Fans in eine ganz andere faszinierende Welt der Musik, welcher sie so kompromisslos ihre ganze Energie einverleiben. Resumierend bleibt mir nur dies: Motorpsycho sind kompliziert, anstrengend, fordernd und einzigartig, aber auch gleichermaßen brillant und genial in jeder einzelnen Note.

Bericht: SAM

Fotos: Volkhard Kulisch ( Django ) www.Django-Foto.de